Matthäuse Merian, Familienbildnis (C) Kunstmuseum Basel, Foto: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler

So sah die Ausbildung zum Meister aus

Als Lehrling und Geselle lernte der angehende Maler durch Nachahmung und ständige Wiederholung die Farben zu reiben, die Leinwände zu spannen und zu grundieren und einfache malerische Aufgaben auszuführen. Erfahrungen sammelten die Gesellen außerdem auf der Wanderschaft, die sie durch Deutschland oder ins Ausland führte. Um selbst Meister zu werden, schrieb die Zunftordnung dem Maler viele Bedingungen vor, darunter die Heirat, den Erwerb des Bürgerrechts, Geldzahlungen und oft auch die Anfertigung eines Meisterstücks.

Paul Juvenel d.Ä., Taufe Christi im Jordan, 1609, (C) Städel Museum, Frankfurt

Meisterstücke – Vom Handwerk der Maler

Im Handwerk ist das sonnenklar: Wenn dem Lehrling mal ein Missgeschick passiert, dann ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen! Jeder akzeptiert, dass erst eine sorgfältige Ausbildung zur souveränen Handhabung des Berufes führt. Ganz anders dagegen ist das beim Künstler, oder? Ist er ganz einfach ein Genie und ist seine Kunst sozusagen „vom Himmel gefallen“ als ihn die Muse küsste? Im 17. bis hin ins 19.