Die Galeristin Parisa Kind setzt auf amerikanische Größen

Text und Foto von Edda Rössler
Am 2. Februar 2021 veröffentlicht in Frankfurter Neue Presse

Die Galerie Parisa Kind findet man an der noblen Adresse Kaiserstraße 4, mitten in der Frankfurter City. Im zweiten Stock des repräsentativen Gebäudes öffnet die zierliche Galeristin die Eingangstür. Der Blick fällt auf kleine, bunte Leinwände der Künstlerin Isabelle Fein, die in den hohen Räumen mit Blick auf die Kaiserstraße einen temperamentvollen Akzent setzen. Man merkt der Galeristin Parisa Kind den Stolz und die Freude an ihrer Galerie an. Seit 2016 befindet sich das Domizil in der Kaiserstraße, zurück liegen Stationen in Sachsenhausen, der Fahrgasse und der Offenbacher Landstraße.

Galeristin Parisa Kind vor Werken von Isabelle Fein Foto: Edda Rössler
Galeristin Parisa Kind vor Werken von Isabelle Fein
Foto: Edda Rössler

Kunst, die sie interessiert, muss „eine Vision haben“ und sie ansprechen, denn sie versteht sich als Stellvertreterin der Künstler. Gezeigt werden zeitgenössische Positionen der Malerei, Skulptur und Installationen, wobei sie konzeptuell orientierte Werke favorisiert. Wichtig ist ihr, dass die Kunst vielschichtige Angebote aufweist. „Wie an einem interessanten Menschen schätze ich Kunst, die unterschiedliche Facetten beinhaltet.“ Dabei setzt sie nicht auf kurzlebige Trends, denn sie möchte mit ihren an die zwölf Künstler langfristig zusammenarbeiten. Die Klientel der Künstler ist ebenso wie ihr Kundenkreis regional und international aufgestellt, wobei die USA einen Schwerpunkt bilden. Neben namhaften „festen“ Galerie-Künstler, zu denen etwa Hannes Michanek und
Richard Jackson zählen, zeigt sie auch Werke internationaler Größen wie Barbara T. Smith und Paul McCarthy.

Seit vielen Jahren vertritt sie zudem Werke des amerikanischen Künstlers Mike Bouchet, den sie auf einer Vernissage kennenlernte und in den sie sich verliebte. Mittlerweile lehrt er als Professor für Bildhauerei an der HfG Offenbach (Hochschule für Gestaltung) und die beiden gemeinsamen Kinder sind im besten Teenageralter. „Sie besuchen meinen Mann gerne im Atelier und mir helfen sie bei Messen.“ Ob sie jedoch später in den Kunstbereich einsteigen, bleibt abzuwarten. Bei Parisa Kind fiel diese Entscheidung früh. Schon während des Studiums der Kunstgeschichte, das sie mit einer Magisterarbeit über Martin Kippenberger abschloss, arbeitete sie einige Jahre im MMK Frankfurt (Museum für Moderne Kunst) und leitete auf Anraten der Kölner Galeristin Gisela Capitain das „Büro Kippenberger“, für das sie Werksverzeichnisse erstellte.

2006 erfolgte dann die Gründung der Galerie Parisa Kind und für sie war immer klar, dass der Standort Frankfurt am Main der richtig ist. „Ich bin gebürtige Frankfurterin, ich finde die Stadt bietet großes Potenzial.“ Ein Umzug etwa nach Berlin stand für sie nie zur Diskussion. „Wenn jeder eine Galerie in Berlin eröffnet, dann gräbt jeder dem Anderen das Wasser ab.“ An dem „Kunststandort“ Frankfurt schätzt sie, dass man „hier die Ruhe hat, sich zu entwickeln und zu positionieren.“

Doch allzu gemächlich geht es bei Parisa Kind nicht zu. Für die Zeit nach der Corona-Pandemie rechnet sie mit Nachholbedarf der Kunstliebhaber, und so wird gerade die nächste Ausstellung vorbereitet. Darüber hinaus ist der Besuch von Kunstmessen im Ausland terminiert. „Für den Sommer habe ich bereits die Zulassung für die ARCO Kunstmesse in Madrid und für die Kunstmesse in Kopenhagen.“