Smells like Operetten-Spirit – Großer Auftritt für Bäppis Fledermaus

Frankfurt am Main, Mai 2017

 

Sind wir doch mal ehrlich – wer von uns sieht sich freiwillig eine Operette an? Also, da kenne ich nicht viele. Wenn aber Bäppis Theatrallala zur „Fledermaus“ bittet, dann ist das Muss. Denn so viel ist schon mal klar, eine stinknormale, langweilige Aufführung wird das nicht. Wollen wir doch mal sehen, wie Bäppi die Zuckerwatten-Musik des Operettenkönigs Johann Strauß ins Hessische verpflanzt. Oder frei nach Kurt Cobain: With the lights out, it’s less dangerous. Here we are now, entertain us, lieber Bäppi!

 

Monster, Klamauk und gute Laune

Ich will nicht zu viel verraten, nur das: Es wartet Ungeheures auf euch. Monster, Super-Männer, Slapstick und jede Menge Klamauk! Selbst die walzrige Musik (pssst, bitte nicht weitersagen!) sorgt für allerbeste Laune. Meine Freundin Dorothea, die mich begleitete, hat sogar einige der Songs auf der Heimfahrt nach Wiesbaden lauthals nachgesungen. Chacun à son goût, sage ich da nur:-)

 

 

Simply the best!

So viel frische Spielfreude, freche Dialoge und exaktes Timing der Pointen erlebt man selten auf Frankfurts Bühnen. Im Theatrallala sorgen in Mehrfachbesetzung Thomas Bäppler-Wolf,  Alexander Beck, Stefan Pescheck, Eva Völl und Bastian Korff für ein köstliches Verwirrspiel. Die Schauspieler kommen, agieren und siegen. Jeder auf seine individuelle, höchst unterhaltsame Weise. Da gibt sich Bäppi als eine ebenso witzige wie verzickte Rosalinde und sein textilsparender Auftritt im grünen Bademantel als Komiker Frosch lässt kein Auge trocken. Ganz zu schweigen, wie er im schlonzigsten Frankfodderisch die in der Musikwelt als Hosenrolle bekannte Partie des Grafen Orlofsky meistert. Die vielseitige Eva Völl entpuppt sich als kecke Adele auch stimmlich als Granate. Fun-Guest Alexander Beck, Chef des Theaters Alte Brücke, integriert sich höchst harmonisch in das Spielgeschehen und erfreut mit vielen urkomischen Auftritten. Ganz exquisit ist etwa sein lässiges Kreiseln des Schnurrbärtchens, mit dem er die Auftritte des stürmischen Lovers Alfred gekonnt unterstreicht. Wirkten alle Gefängnisdirektoren so sexy wie Stefan Pescheck in seinem Catwoman-Dress, dann könnte sich die Justiz wohl kaum vor der Nachfrage nach Wohnen hinter Gittern retten. Und ohne Bastian Korff, stark in vielen Rollen, wäre diese Fledermaus nicht Bäppis wunderbare Fledermaus. Noch so viel gäbe es zu berichten. Doch am besten, ihr schaut selbst und genießt einen hinreißenden Theaterabend.

 

Never mess with Dr. Batman

Die Vorgeschichte, die den Titel der Operette erklärt, ist wie folgt: Herr von Eisenstein lässt den Notar Dr. Falke nach einer Ballnacht betrunken und als Fledermaus verkleidet am Morgen durch die Straßen irren. Das ist für den Notar, der von dem Zeitpunkt an Dr. Fledermaus genannt wird, eine peinliche Situation. Er will sich an Eisenstein rächen. Mit welch perfider Intrige ihm das gelingt, davon handelt die Story der Fledermaus. Es treten u.a. auf ein Rentner, genannt Herr von Eisenstein, seine Ehefrau Rosalinde, der Prinz Orlofsky, das Dienstmädchen Adele, der urkomische Gefängniswärter Frosch und ganz viele andere.

 

Die Facts für „Noch-Nicht-Operettengänger“

Die Fledermaus, eine Operette in drei Akten, wurde 1874 im Theater an der Wien uraufgeführt. Der Text stammt aus der Feder von Richard Genée und Carl Haffner, nach einer Vorlage von Henri Meilhac und Ludovic Halevy. Die Handlung ist ein kunterbuntes Versteckspiel, reines Chaos sozusagen und orientiert sich an dem Vaudeville-Theater, dem burlesken Singspiel. Aristokraten, Bürger und Dienstboten vergnügen sich auf einem Fest, verbrüdern sich, es gibt jeder vor, jemand anderer zu sein, und zum Schluss schiebt man die Schuld auf den Champagner. Bei Bäppi selbstverständlich auf den Äppler.

 

So viele Äpplekorken gibt’s:

Von insgesamt 6 Äpplerkorken vergeben wir 8.

 

 

Weitere Informationen, auch zu den Aufführungsdaten im Mai und Juni, unter www.theatrallalla.de/

 

Text und Foto Edda Rössler, Roessler ProResult

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